Anwendungen

Eisenoxid entschwefelt Biogas

Bayoxide® E 16 bietet eine hochwirksame, leicht zu handhabende und absolut nachhaltige Alternative zur Schwefelwasserstoffentfernung aus Biogas

Biogas ist als ökologischer, ressourcenschonender und klimaneutraler Energieträger im Trend.

In einer Biogasanlage werden organische Substanzen unter anaeroben Bedingungen – das heißt unter Sauerstoffausschluss – abgebaut und vergärt. Zur Verwertung kommen dabei u. a. Nutzpflanzen, flüssige Abfälle aus der Tierhaltung wie Gülle, agroindustrielle Rückstände wie Schlachtreste oder Bioabfälle aus Gewerbe und Haushalt. Bei der Vergärung bildet sich ein überwiegend aus Methan bestehendes Gas, das meist direkt vor Ort genutzt wird, um einen Stromgenerator anzutreiben. Je nach Ausgangsmaterialien enthält Biogas schwankende Gehalte an Schwefelwasserstoff – durchschnittlich etwa 500 Milligramm pro Kubikmeter. Dieser muss wegen seiner Giftigkeit, seines Geruches und vor allem wegen der korrosiven Wirkung von Schwefelverbindungen auf Fermenter und Generator abgetrennt werden. Auch würden ohne Entschwefelung wegen der Inaktivierung des Abgaskatalysators die Formaldehydgrenzwerte überschritten.

LANXESS bietet mit Bayoxide® E16 ein hochwirksames Eisenoxidhydroxid zur Reduzierung von Schwefelwasserstoff in Biogas an. Es basiert auf dem weit verbreiteten natürlichen Mineral Goethit und kann direkt in den Fermenter gegeben werden. Bayoxide® E16 reagiert mit Schwefelwasserstoff zu Eisensulfid und Schwefel, die unter Einhaltung der Düngemittelverordnung (DüMV) als natürlich vorkommende Bodenbestandteile zusammen mit dem Gärrückstand als Dünger auf Felder und Äcker ausgebracht werden können und dabei nur einen sehr geringen Anteil des Düngers ausmachen.
Durch Zugabe des Produktes im ungeöffneten Sack ist eine sehr einfache und staubfreie Dosierung möglich.

Der Einsatz des neuen Produktes Bayoxide® E 16 bietet viele Vorteile. So können Korrosionsschäden durch Schwefelsäurebildung vermieden werden wie sie bei der verbreiteten Entfernung des Schwefelwasserstoffs durch Einspeisung von Luft oft auftreten. Auch besteht keine Gefahr, dass sich infolge einer falschen, zu hohen Dosierung explosive Gemische aus  Methan und Luftsauerstoff bilden.

Eisenoxid ist kein Gefahrstoff und kann mit einfachen Mitteln und ohne teure Dosieranlage gehandhabt werden. Korrosionsschäden an der Anlage treten nicht auf. Eine spezielle Lagerung und eine Unterweisung des Personals nach der Gefahrstoffverordnung sind nicht notwendig.

Bayoxide® E 16 entfernt den Schwefelwasserstoff im Fermenter so effektiv, dass das entstehende Biogas in der Regel direkt verwendet werden kann. Für eine Einspeisung in das öffentliche Gasnetz ist der Restgehalt des Schwefelwasserstoffs bereits so gering, dass eine Feinentschwefelung des Biogases etwa durch eine Aktivkohle-Gasreinigung mit deutlich reduzierten Kosten erfolgen kann.

Das Global Competence Center Specialties beantwortet gerne individuelle Kundenanfragen zu diesem Anwendungsbereich oder gibt weitere Informationen zu den LANXESS Pigmenten.

News

  • Der Spezialchemie-Konzern LANXESS hat ein hochwirksames synthetisches Eisenoxid zur Reduzierung von Schwefelwasserstoff in Biogas entwickelt, das direkt in den Fermenter gegeben werden kann. Bayoxide E 16 reagiert mit Schwefelwasserstoff zu Eisensulfid und Schwefel, die als natürlich vorkommende Bodenbestandteile zusammen mit dem Gärrückstand als Dünger auf Felder und Äcker ausgebracht werden können. Foto: LANXESS AG

    04. Mai 2012
    Innovatives Eisenoxid für die Entschwefelung von Biogas

    4-5-2012

Produkt

  • BAYOXIDE® E 16

    BAYOXIDE® E 16

    Bayoxide® E 16 ist ein technisches Eisenoxid. Das Produkt wird für die Entschwefelung in Biogasanlagen eingesetzt. Bayoxide® E 16 besteht aus Eisenoxidhydroxid und wird nach einem speziellen Verfahren hergestellt. Es wird als Pulver geliefert und kann direkt in den Fermenter einer Biogasanlage gegeben werden. Aufgrund des hohen Eisengehalts zeigt es eine hohe Reaktivität sowie einen hohen Umsatz. Einsätze in der Praxis haben gezeigt, dass bei einem typischen Fermenter mit 700 kW Dosierungen von wenigen kg FeOOH pro Tag zu einer nahezu vollständigen Entfernung des Schwefelwasserstoffs führen. Das Produkt besitzt eine hohe Reinheit und wird unter streng kontrollierten Bedingungen hergestellt. Dadurch ist eine gleichbleibende Qualität gewährleistet. Die Vorgaben der Düngemittelverordnung werden eingehalten.